Monday, 14 October 2013

Hinter den Kulissen des Copyright-Maskenballs – Interview with author Monica Horten ('A Copyright Masquerade')


Die Wissenschaftlerin Monica Horten zeigt in ihrem Buch "The Copyright Masquerade" auf, wie Lobbyisten die Gesetzgebung beeinflussen und demokratische Prozesse aushebeln.

Available from Zed Books
Ob bei dem internationalen Handelsabkommen ACTA, dem britischen Digital Economy Act oder dem spanischen Ley Sinde, die Lobbyisten der Unterhaltungsindustrie versuchten mit unterschiedlichem Erfolg ihre Interessen durchzusetzen und die Urheberrechtsgesetzgebung zu beeinflussen. Die Einschränkungen von Bürgerrechten werden als Kollateralschaden in Kauf genommen.

Die britische Wissenschaftlerin Monica Horten, Betreiberin der vielbeachteten Website iptegrity.com und Visiting Fellow an der London School of Economics & Political Science, spürt in ihrem vor kurzem erschienen Buch A Copyright Masquerade den Machenschaften der Unterhaltungsindustrie nach und zeigt auf, wie demokratische Prozesse durch die Taktiken der Industrielobbyisten unterwandert werden. Die futurezone hat mit Horten über Lobbyismus und Urheberrechtsgesetzgebung und die Folgen des gescheiterten ACTA-Abkommens gesprochen.

futurezone: Die zentrale Frage, die Sie in Ihrem Buch "A Copyright Masquerade" stellen, ist, ob durch den Einfluss der Unterhaltungsindustrie auf den Gesetzgebungsprozess, demokratische Prozesse umgangen werden. Was ist die kurze Antwort?
Monica Horten: Die kurze Antwort ist Ja. In den drei Fällen, die ich untersucht habe - ACTA, den britischen Digital Economy Act und das spanische Ley Sinde  - war das der Fall.

Sie schreiben der US-Unterhaltungsindustrie großen Einfluss auf die Gesetzgebung zu. Wie funktioniert das?
Es gibt in den USA eine Lobbygruppe, die International Intellectual Property Alliance (IIPA), die vom US-Filmindustrieverband MPAA und der Tonträgerindustrie unterstützt wird. Diese Gruppe beobachtet die Copyright-Gesetzgebung rund um die Welt und versorgt den US-Handelsbeauftragten, der für die internationale Handelspolitik der Vereinigten Staaten zuständig ist, mit Informationen. Das Amt des Handelsbeauftragten (USTR, Office of the United States Trade Representative) veröffentlicht jedes Jahre einen bericht, den Special 301 Report, in dem auf Defizite in der Copyright-Gesetzgebung hingewiesen wird und auch Lösungsvorschläge unterbreitet werden. Es gibt also Lobbyisten der Industrie, deren Informationen und Ansichten von der US-Regierung übernommen und in offizielle Dokumente verpackt werden, die dann an die Botschaften versandt werden.

Damit wird Druck ausgeübt?
Ja, es scheint, als würden diese Informationen dazu genutzt, um Länder unter Druck zu setzen, etwa wenn Handelsvereinbarung ausgehandelt werden. Der einzige Grund, warum die betroffenen Ländern diesem Druck nachgeben und ihre Copyright-Gesetze ändern, ist, dass sie ihre Produkte in den USA verkaufen wollen. Es ist mir aber nicht gelungen, diese Prozesse in dem Buch so detaillliert nachzuzeichnen, wie ich es eigentlich wollte. [Click here to read the full interview on futurezone.at]

1 comment:

Shannon Baker said...

It sounds like an interesting series. I will check it out

book publicist