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Der Globale Minotaurus

Globalisierung, Gier und
fehlende Bankenregulierung – sie alle wurden für die Krise der
Weltwirtschaft verantwortlich gemacht. In Wahrheit sind dies nur
Nebenschauplätze eines weit größeren Dramas. Eines Dramas, das in der
Weltwirtschaftskrise von 1929 wurzelt und bereits seit den 1970-Jahren
auf offener Bühne spielt: als die Welt wider besseres Wissen begann, mit
ihrem Geld den “Globalen Minotaurus” Amerika zu nähren – so wie einst
die Athener dem mythischen Fabeltier auf Kreta Tribute zollten. Heute
sind die USA, als Stabilisator der Weltwirtschaft, selbst nachhaltig
geschwächt, und die Konsequenzen des Machtvakuums zeigen sich
allerorten. Sie machen vor allem eines klar: Stabilität in der
Weltwirtschaft ist nicht umsonst zu haben; sie erfordert historische
Entscheidungen – wie nach dem Zweiten Weltkrieg, als die
Hegemonialstellung Amerikas begann. Statt hektischer Rettungsaktionen
mit immer kürzerem Verfallsdatum ist eine grundlegende Debatte über
Stabilitätspolitik, ist ein Neuanfang unvermeidlich.
From Yanis Varoufakis' Blog


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